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BW Merzen A-Jugend - Tolle Fairplayaktion

Besonderes Lob für unsere Jungs !

21.11.2012 21:43 Uhr | 1725 x gelesen

Merzen macht es vor: So geht’s, Donezk! – Vorbildliches Fair Play der A-Junioren
Von Martin Heuer Osnabrück



Osnabrück. Manchmal können sich die Profis der Champions League auch vom kleinen Fußball eine Scheibe abschneiden. Besonders, wenn es ums Fair Play geht. So hätten sich die Stars von Schachtjor Donezk am Dienstag im Skandalspiel bei FC Nordsjælland viel Kritik ersparen können, wenn sie dem Beispiel der A-Junioren von BW Merzen gefolgt wären...
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Warum der Vergleich zwischen Donezk und Merzen? Weil sich in den aktuellen Partien dieser beiden Mannschaften ähnlich skurrile Szenarien abspielten – mit allerdings völlig unterschiedlichem Ende. Ausgangspunkt war jeweils ein Schiedsrichterball nach einer Verletzungspause. Als sich im Champions-League-Duell in Dänemark der Donezk-Spielmacher Willian nach der Unterbrechung mit der üblichen Geste der Fairness beim zuvor im Ballbesitz befindlichen Gegner revanchieren wollte, geschah das Ungeheuerliche.

Der vom Gäste-Regisseur gezielt in Richtung Strafraum der Kopenhagener getretene Ball wurde von seinem Landsmann Adriano erlaufen und nach einem Solo durch die konsternierte Nordsjælland-Abwehrreihe mit dem ungehinderten Torschuss zur 2:1-Führung abgeschlossen. Das Fair-Play-Missgeschick hätte umgehend ausgebügelt werden können, doch nach dem Anstoß hielten sich nicht alle Schachtjor-Spieler an die Abmachung, für den dänischen Stürmer ein Spalier zum erneuten Ausgleichstreffer zu bilden. Der Angriff wurde abgefangen, wofür die Ukrainer später heftige Kritik einstecken mussten. „Da quasseln sie uns alle voll mit Fair Play und Respect. Und dann so was“, schäumte der dänische Sportchef Jan Laursen.

Mit Leben füllten das FIFA-Mottodagegen die A-Junioren von BW Merzen. Im Kreisligaduell beim VfR Voxtrup hatten die „Löwen“ nach einem Schiedsrichterball unabsichtlich das Tor zum 1:1 erzielt. Der in Richtung Voxtruper Strafraum gedroschene Ball landete per „Bogenlampe“ aus 35 Metern im gegnerischen Tor, wobei der VfR-Goalie noch die Finger im Spiel hatte. „Wir haben uns alle erschrocken“, schildert VfR-Coach Jens Schawe die für den Gegner höchst peinliche Situation. Dem jungen Schiedsrichter Damian Plank blieb – durch die DFB-Regeln gezwungen – nichts anderes übrig, als den „unfairen“ Treffer anzuerkennen.

Doch beide Parteien wussten sich zu helfen. Ohne lange Diskussionen und Einflussnahme ihrer Betreuer einigten sich die 22 Youngster darauf, umgehend für ausgleichende Gerechtigkeit zu sorgen. Die Voxtruper spielten den Ball nach dem Anstoß über die Mittellinie zum Gegner, der die Kugel durch die eigenen Reihen zum Torwart laufen ließ. Mirco Holstein ließ sich nicht lange bitten und brachte den Ball unter dem Applaus des Gegners im eigenen Tor unter.

Mit der 2:1-Führung für Voxtrup war der alte Abstand wieder hergestellt. Die intensiv geführte Partie der beiden ambitionierten Mannschaften endete letztlich friedlich mit 2:2 – und damit ohne Sieger, doch als Gewinner in Sachen Fairness durften sich alle Beteiligten fühlen.

„Ganz großen Respekt für die tolle Aktion der Merzener. Das ist heute wirklich keine Selbstverständlichkeit“, bedankte sich VfR-Trainer Jens Schawe. Für den Merzener Jugendwart Matthias Stermann kein Thema: Unsere Jungs sind gut erzogen. Die wissen, was sich gehört.“ Mögen seine Worte auch den Fußballern im fernen Donezk in den Ohren klingen...



Bericht : NOZ 21.11.2012

Autor

Peter Deters

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